Duales Studium BWL Bank Erfahrungen

Duales Studium BWL Bank Erfahrungen

 

Wir haben für euch drei duale BWL Bank Studenten interviewt.

 

Warum hast du dich für ein Duales Studium entschieden?

Anonymer Dualer Student: Warum genau ich mich für ein Duales Studium entschieden habe, kann ich eigentlich gar nicht sagen. Allerdings bin ich eher eine „sicherheitsorientierte“ Person, d.h. ich wollte möglichst früh wissen, wie es für mich nach dem Abitur weiter geht. Das Hoffen und Bangen um einen BWL-Studienplatz konnte ich mir also sparen, da ich schon über ein Jahr im Voraus die Zusage für meinen Studienplatz hatte.

Jan Mörsfelder: Um ehrlich zu sein, wusste ich bis zu meiner Bewerbung nicht einmal, dass es ein duales Studium gibt, sondern hatte nur die klassischen Wege über Ausbildung und Studium im Hinterkopf. Während meiner Internet Recherche traf ich allerdings schnell auf Stellenausschreibungen von Unternehmen, die genau dieses Modell anboten. Eine Verbindung von Studium und Praxiserfahrung hörte sich für mich sehr spannend an. Neben den Erfahrungen aus dem Arbeitsaltlag spielte bei der Entscheidung auch das Gehalt eine Rolle. Im Vergleich zum normalen Studium erhält der Duale Student vom ersten Tag an ein festes Grundgehalt, was die Eigenständigkeit und Selbstständigkeit durchaus fördert und weitere, neue Lebenserfahrungen mit sich bringt.

Jana: Das hatte viele Gründe. Zunächst einmal hat mich die Praxiserfahrung gereizt. Neben dem Studium schon erste Berufserfahrung zu sammeln ist aus meiner Sicht unbezahlbar. In der Praxis funktioniert längst nicht alles so, wie es in der Vielzahl theoretischer Modelle beschrieben wird.

Ein duales Studium bietet auch Sicherheit. Die Chance, dass man danach einen festen Job angeboten bekommt, ist hoch. Durch die Tatsache, dass ich im Studium Geld verdient habe, war ich unabhängig und musste nicht von meinen Eltern finanziell unterstützt werden.

Letztendlich war es aber auch das Unternehmen. Ich hatte bei Assessment Center ein gutes Gefühl und habe mir deshalb dafür entschieden.

 

Was studierst du und beschreibe dein Studiengang kurz?

Anonym: Ich habe von 2013 bis 2106 BWL-Bank an der DHBW in Mannheim studiert. Dieser Studiengang beinhaltet neben den Grundlagen in BWL und VWL die spezifische BWL der Banken, sprich Privat- oder Firmenkundengeschäft, Gesamtbanksteuerung, Zahlungsverkehr, Electronic Banking, etc.

Jan: Zurzeit befinde ich mich im 5. Semester des Studiengangs BWL-Bank an der DHBW in Mannheim. Im Studiengang BWL-Bank werden zum einen die klassischen Betriebswirtschaftsthemen wie BWL, VWL, Rechnungslegung, Wirtschaftsrecht etc. vermittelt, zum anderen aber auch bankspezifische Themen. Von Bereichen wie Electronic Banking, Anlageberatung über Zins- und Währungsmanagement und Corporate Finance – Die Vielfalt der Themen ist sehr groß, was den Studenten eine breite Wissensbasis vermittelt und vielfältige Einstiegspositionen nach dem Studium ermöglicht.

Jana: Ich habe vor kurzem meinen Bachelor im Studiengang BWL Bank beendet. Im Studiengang Bank stehen – wer hätte das gedacht – bankspezifische Themen wie Bankbetriebslehre, Auslandsgeschäft, Kreditgeschäft im Fokus. Daneben werden aber auch allgemeinere Themen wie Rechnungswesen, Marketing, Personal, VWL und Statistik behandelt.

Im 5. Semester kann man zwischen den Vertiefungsrichtungen Corporate Finance und Private Equity wählen. Da ich bei der Bank im Firmenkundengeschäft gearbeitet habe, habe ich mich für ersteres entschieden.

 

Was gefällt dir an deinem Studium?

Anonym: Mir haben die wechselnden Theorie- und Praxisphasen besonders gut gefallen. So wurde es nie langweilig und man hatte immer das nächste Ziel vor Augen. Zudem konnte ich viele verschiedene Abteilungen innerhalb meiner Bank kennenlernen und entscheiden was einem gut gefällt und was eher nicht so, das ist viel wert :).

Jan: Kurz gesagt: Fast alles. Natürlich gibt es hin und wieder Situationen, die ich nicht nachvollziehen kann, auf der Makroebene sind dies jedoch ehr irrelevante Punkte. Besonders die ständig neuen Herausforderungen machen mir Spaß. Sowohl in der DH, mit ständig wechselnden Vorlesungsthemen, als auch im Unternehmen, in dem ich regelmäßig neue Bereiche kennenlerne und mich dort einbringen kann.

Jana: Definitiv die Kombination aus Theorie und Praxis. Ich konnte das Gelernte oft direkt im Unternehmen anwenden. Dadurch, dass man über das ganze Studium hinweg nur in einem Unternehmen bleibt, lernt man dieses intensiv kennen und verstehen.

Ich war in der Bank sowohl im Privat,- als auch im Firmenkundengeschäft eingesetzt, habe Vertrieb, Marktfolge, Spezialisten,- und Verwaltungsabteilungen kennengelernt. So konnte ich mir ein umfassendes Bild machen und ein Netzwerk aufbauen. Ich habe viele tolle und inspirierende Menschen kennenlernen dürfen und umfassendes Fachwissen aufbauen können.

Die Kollegen in der jeweiligen Abteilung hatten diesen umfassenden Blick oft nicht. Ich konnte in einigen Situationen Klarheit und Verständnis schaffen.

Von meinem Netzwerk und meinem Wissen profitiere ich noch heute.

 

Was macht dir keinen Spaß?

Anonym: Einige Module, aber das ist wohl normal, dass es einige Module gibt, welche man lieber mag oder nicht so wirklich.

Jan: Grundsätzlich konzentriere ich mich auf die positiven Dinge im Leben, was es schwierig macht Dinge zu finden, die mir keinen Spaß machen. Wenn ich irgendetwas auswählen müsste, wäre es wahrscheinlich die etwas lästige Straßenbahnfahrt durch halb Mannheim bis ich die DHBW erreicht habe. Zum Glück gibt es heutzutage Podcasts und ähnliches um die Zeit gut zu überbrücken.

Jana: Die Klausurenphasen. In manchen Semestern häufen sich die Klausuren, sodass man sehr viel Stoff in kurzer Zeit lernen muss. Vieles bleibt aufgrund der Menge nicht im Gedächtnis, was schade ist.

Zudem ist das duale Studium sehr streng durchgeplant. Es bleibt wenig Zeit, sich mit Themen tiefgehend zu befassen oder Dinge kritisch zu hinterfragen.

Ein duales Studium ähnelt sehr stark dem Schulsystem. Man ist in Kurse eingeteilt, wir hatten sogar zwei Kurssprecher. Mit den Parallelkursen hatte mein Kurs nicht viel zu tun. Da habe ich das „echte“ Studentenleben schon manchmal vermisst.

 

Welche Voraussetzungen sollte man deiner Meinung nach für ein Duales Studium mitbringen?

Anonym: Zielstrebigkeit, Flexibilität, Aufgeschlossenheit, Belastbarkeit

Jan: Für mich gibt es zwei wichtige Eigenschaften, die man für ein Duales Studium mitbringen sollte. Nummer 1: Die Fähigkeit sich schnell an neue Situationen und Gegebenheiten anzupassen. Gerade in Praxisphasen die teilweise nur 6 Wochen in einer Abteilung andauern, wäre es Fatal, wenn man erst einmal zwei Wochen zur Einarbeitung und Eingewöhnung bräuchte. Nummer 2: Lernwilligkeit und Neugier: Es gibt nichts Schlimmeres als sich eine lange Zeit mit Themen zu beschäftigen, die einen nicht interessieren oder über die man nichts Neues erfahren möchte. In einem dualen Studium werden sehr viele Themeninhalte in relativ kurzer Zeit vermittelt, was dementsprechend meist eine zusätzliche Auseinandersetzung mit den Themen nach den Vorlesungen voraussetzt.

Jana: Man muss auf jeden Fall stressresistent sein. Wobei ich von mir sagen kann, dass ich das anfangs nicht war und mit der Zeit reingewachsen bin.

Zeitmanagement ist das A und O. Wenn man trotz Studium und Arbeit noch ein Privatleben haben möchte, ist es erforderlich, sich gut zu strukturieren und zu organisieren.

Das Wichtigste ist aber meiner Meinung nach Offenheit und Neugier. Man muss Spaß daran haben, viele unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens kennenzulernen und sich auf viele verschiedene Menschen und Themen einzulassen.

 

Wie stressig empfindest du dein Duales Studium?

Anonym: Natürlich gab es immer mal wieder stressige Phasen (Klausurenphase oder auch Abgabe von Projekt- und Seminararbeiten), aber mit einem guten Zeitmanagement ist das gut machbar.

Jan: Die Empfindung von Stress ist natürlich eine subjektive Wahrnehmung. Ich für meinen Teil, habe in meinem bisherigen Studienverlauf relativ wenig Stress verspürt. Natürlich wird es gerade während Klausuren Phasen durch das Lernen etwas intensiver, doch mit einer guten Planung kann Stress oft vermieden werden. Meist enden die Vorlesungen eine Woche vor den Klausuren, was die Vorbereitung auf die Arbeiten leichter gestaltet. Gut sortierte Unterlagen und Zusammenfassungen helfen ebenfalls dabei Stress zu vermeiden. In den Praxisphasen spüre ich ebenfalls eher wenig Stress, da die Arbeitszeit meist flexibel gestaltbar ist.

Jana: Die Vorlesungstage sind teilweise sehr lang und gerade die Klausurenphasen kräftezehrend. Für mich ist das aber eine gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben.

Ich liebe meinen Job, aber auch ich habe nicht immer Aufgaben, die mir gefallen. Ich muss viele Dinge parallel managen, knappe Deadlines einhalten und die Arbeitstage sind wesentlich länger als jeder Tag an der Uni.

Durch das duale Studium habe ich gelernt, mit Stress und einem hohen Arbeitspensum umzugehen. Das hilft mir heute.

 

Warum hast du dich für diesen Studiengang entschieden?

Anonym: Weil ich gerne in einer Bank arbeiten wollte :).

Jan: Grundsätzlich war ich schon immer an der Wirtschaft und Unternehmen interessiert. Da Banken eine zentrale Rolle im Wirtschaftskreislauf darstellen, war es für mich die richtige Richtung, um damit die „nackte“ BWL anzureichern. Die Wahl auf BWL-Bank viel damit eher aufgrund der BWL, sekundär die Bankspezialisierung.

Jana: Eigentlich habe ich mich eher für das Unternehmen entschieden. BWL Bank stand auf meiner Liste ganz unten. Das Unternehmen hat mir aber so gut gefallen, dass ich mich dafür entschieden habe. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.

Ich kann jedem nur raten: Sei offen für alles. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal bei der Bank arbeiten würde und dass mir das Spaß machen könnte. Genau das war jedoch der Fall.

 

Würdest du wieder Dual studieren und warum?

Anonym: Ja, auf jeden Fall wäre es auch heute wieder eine Option. So intensive und vielfältige Einblicke in ein Unternehmen erhält man durch kein Praktikum.

Jan: Diese Frage kann ich sehr einfach mit ja beantworten. Natürlich ist es im Einzelfall immer von Unternehmen und Hochschule abhängig, ich für meinen Teil bin jedoch sehr zufrieden mit dem Ablauf des dualen Studiums. Mein Unternehmen bietet mir die Möglichkeit Praxiseinsätze in vielen Abteilungen zu absolvieren, welche durchweg eine gute Integration der dualen Studenten vornehmen.

Jana: Ja. Ich merke zwar aktuell, dass mir an einigen Stellen die tiefgehende theoretische Fundierung eines „normalen“ Uniabsolventen fehlt. Aus meiner Erfahrung ist es jedoch die Praxis, auf die es ankommt.

 

Was war das coolste Erlebnis deines Studiums?

Anonym: Ein einzelnes Erlebnis kann ich gar nicht nennen, ich mochte es allgemein sehr in Mannheim zu leben.

Jan: Zurzeit kann ich mich an keinen besonderen Moment erinnern. Vielleicht kommt er noch 😉

Jana: Auf jeden Fall mein Auslandsaufenthalt in Singapur. Dadurch, dass ich im Ausland gearbeitet habe, habe ich die Kultur und die Arbeitsweise sehr gut kennen und verstehen gelernt. Ich habe gesehen, mit welchen Herausforderungen eine Auslandsfiliale fernab der Zentrale konfrontiert ist und gelernt, mir in kurzer Zeit in einem fremden Land ein Netzwerk aufzubauen, mich an eine fremde Kultur und ein völlig anderes Arbeitsumfeld anzupassen.

Nach den drei Monaten bin ich noch einen Monat durch Südostasien gereist. Alles in allem war ich vier Monate unterwegs, habe unglaublich viel gesehen und kann diese Erfahrung nur jedem wünschen.

 

Weißt du schon wie es nach deinem Studium weitergeht?

Anonym: Ich studiere bereits in einem Master-Studiengang und arbeite auch weiterhin auf einer 60% Stelle für mein Unternehmen.

Jan: Ich halte mir zurzeit alle Optionen offen. Ob Trainee Programm oder Direkteinstieg bei meinem derzeitigen Arbeitgeber, Wechsel zu einem anderen Unternehmen oder Teilnahme an einem Masterprogramm – Ich werde alle meine Auswahlmöglichkeiten abwägen und in den nächsten Monaten eine Entscheidung treffen.

Jana: Ich habe mich entschieden die Bank nach dem Studium zu verlassen und bin zu einer Big4 Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in den Bereich Unternehmensberatung gegangen. Ich berate nun Banken, u.a. auch meinen alten Arbeitgeber. Hier helfen mir mein Netzwerk und meine Praxiserfahrung extrem weiter.

Natürlich habe ich mir auch überlegt, bei der Bank zu bleiben. Meine jetzige Aufgabe hat aber letztendlich besser zu mir und meinen Vorstellungen gepasst.

Trotzdem bin ich mit meinem alten Arbeitgeber gerade durch meine neue Funktion noch eng verbunden und stehe mit zahlreichen Kollegen und ehemaligen Vorgesetzten noch immer in gutem Kontakt.

 

Hast du Tipps für Leute, die auch in deiner Fachrichtung studieren wollen?

Anonym: Nach dem 2. Semester wird es besser :).

Jan: Wie ich bereits oben erwähnte, sollte man eine gewisse Neugierde für neue Themengebiete mitbringen. Speziell für die Fachrichtung Bank sehe ich ein generelles Interesse an Finanzen als Voraussetzung an. Zwar muss mein kein Aktienexperte sein, dennoch halte ich ein Grundverständnis über Geld und Zinsen für eine gute Basis.

Jana: 

Seid offen und glaubt an euch. Ich bin an meinen Herausforderungen gewachsen und habe einen tollen Job gefunden, der mich herausfordert, gute Perspektiven bietet und vor allem Spaß macht.

Seid neugierig und proaktiv. Viele Praxiseinsätze habe ich gewonnen, indem ich einfach gefragt und mich engagiert habe.

Das Netzwerk ist das A und O. Baut Kontakte auf und pflegt diese auch. Ich gehe auch heute noch mit vielen alten Kollegen regelmäßig Mittagessen oder einen Kaffee trinken. Jedes Mal erhalte ich vielfältige Einblicke und der ein oder andere kann mir auch zu Themen Input geben, die mich beschäftigen und umgekehrt.

Zum Schluss kann ich nur sagen: das duale Studium hat seine Schattenseiten, aber für mich hat es sich wirklich gelohnt. Selbst wenn man bei seinem Ausbildungsunternehmen nicht bleiben möchte, hat man auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen. Ich hatte mehrere gute Angebote sowohl von großen als auch von mittelständischen Unternehmen. Man hat so viele Möglichkeiten und Chancen: Nutze sie!

 

Ich hoffe ihr konntet nun einen kleinen Einblick in das Duale Studium BWL Bank erhalten. Habt ihr Fragen? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. 🙂

Falls ihr weitere Fragen an Jan habt, könnt ihr ihn über Twitter oder Xing kontaktieren.

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